BBS-Schüler sehen Erasmus-Stipendium als Chance

Meller Kreisblatt / mk [17.05.2019] Von Melle nach Malta und Barcelona
© Meller Kreisblatt | Fotos: Marita Kammeier | Europässe erhalten die Auslandspraktikanten der BBS vom Europaabgeordneten Jens Gieseke und Neide Pedro, Gesellschaft für Europabildung, Berlin.

„Raus aus der Komfortzone, Leute aus anderen Ländern kennenlernen und neue Herausforderungen meistern.“ So beschrieben Saskia Rode und Pascal Tiemann ihre Erfahrungen beim Auslandspraktikum in Barcelona und Welwyn Garden City/Nähe London. Die Präsentationen und Vorführungen begeisterten Gäste wie den Europaabgeordneten Jens Gieseke.

Das Auslandspraktikum, seit sechs Jahren eine beliebte Tradition an der BBS, hat die Schüler für Europa sensibilisiert und entscheidend für ihre Zukunft beeinflusst. Das berichteten sie am Europatag mit großer Begeisterung und vollem Arbeitseinsatz ihren Mitschülern, Lehrern und Gästen. Charmant führte das Moderatorenteam Fabienne Finster und Fabian Beermann durch das Programm.

„Wie lebt und arbeitet man in einer Weltstadt mit 8,3 Millionen Einwohnern?“ Das wollte Nico Worbs wissen, der an der Londoner Sprachschule Malvern House in der Verwaltung arbeitete. „Wo Bedarf war, durfte ich reinschnuppern.“ Sein Aufgabenbereich reichte vom Telefondienst bis zum Verschicken von Infobroschüren an den Live-Chat und IT-Projekten.

„Wenn du fertig bist, schau dir London an.“ Das selbstständige Arbeiten mit flexiblen Zeiten gefiel Nico ebenso gut wie die Höflichkeit der Briten. Eine besondere Herausforderung sei jedoch das Verstehen der vielen unterschiedlichen Akzente gewesen. „Die Londoner sind nicht so fixiert auf ihre Arbeit wie bei uns.“ Es sei normal, nur ein bis zwei Jahre in einem Betrieb zu arbeiten.

Die gute Teamarbeit an der Londoner Highgate Primary School mit 440 Kindern lobte Vivien Gies. Die Fachschülerin Sozialpädagogik lernte am ersten Tag den Therapiehund kennen und durfte den Unterricht vorbereiten und mitgestalten.

© Meller Kreisblatt | Tapas und Tortilla am Sevillastand präsentieren Michelle Naffin und Nina Keller.

Die größte Gruppe der Auslandspraktikanten hospitierte auf Malta. Von der Wiener Küche mit Nockerln und Palatschinken schwärmte SelinTosun, die kleine Gruppen im SOS-Kinderdorf im 22. Bezirk betreute. Zahlreiche Praktikanten, wie Matthias Wünning, arbeiteten an Förderschulen im Bereich Inklusion.

To Than Nguyen, genannt Tooti, schwärmte von ihrer erlebnisreichen Zeit an einer kleinen Schule in Leeuwarden/Provinz Friesland und hatte zur Unterstützung den Niederländer Ritske Merkus mitgebracht. „Mein Praktikum stand auf der Kippe, als der Brexit feststand“, berichtete Pascal Tiemann, der Industriekaufmann lernt und wie viele seiner Mitschüler ein Erasmus-Stipendium erhielt. Darüber hinaus finanzierte sein Unternehmen Flug und Unterkunft.

Europässe für Praktikanten

© Meller Kreisblatt | „Robin Hood in Aktion: Beeindruckende Aufführung der IGS-Europaklasse.

Die Gäste des Europatages sparten nicht mit Applaus für die professionell gestalteten Präsentationen. Anschließend verteilten der Europaabgeordnete Jens Gieseke und Neide Pedro von der Gesellschaft für Europabildung aus Berlin die Europässe an die Auslandspraktikanten.

„Lasst uns Europa weiterentwickeln und noch mehr jungen Leute eine Chance geben mit dem Erasmus-Studium.“ Das vehemente Statement von Jens Gieseke unterstützte auch Michael Steinkamp vom Europabüro des Landkreises Osnabrück.

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